Eine Schlüsseldimension für Lebensqualität und subjektives Wohlbefinden ist das Maß an sozialer Inklusion und Teilhabe an der Gesellschaft. Der Teilhabebegriff umfasst die sozio-ökonomischen Möglichkeiten eines Individuums in einer gegebenen Gesellschaft. Diese Möglichkeiten sind von gewissen Voraussetzungen und Ressourcen abhängig. Zu den Indikatoren für soziale Inklusion zählen u.a. die Armuts- und Ausgrenzungsgefährdung, die Bildungschancen, die Wohnsituation und die sozialen Beziehungen. Diese und andere Aspekte wurden für das Bundesland Salzburg im gesamtösterreichischen Vergleich untersucht.

Eingliederungsindikatoren

Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung

Indikatoren, die ausschließlich auf das Einkommen abzielen, lassen nur indirekte Schlüsse auf den Lebensstandard zu. Deshalb wurde die Europa-2020-Zielgruppe aus drei einander ergänzenden Kriterien definiert. Neben dem Haushaltseinkommen ist dies die Erwerbstätigkeit der Haushaltsmitglieder sowie Fragen nach der Leistbarkeit ausgewählter Grundbedürfnisse („erhebliche materielle Deprivation“). Umfasst sind jene Personen in Haushalten, auf die zumindest eines der folgenden drei Merkmale zutrifft:

  1. Personen, deren Haushalt über ein Einkommen verfügt, das 60 % des nationalen Medianeinkommens nicht übersteigt,
  2. Personen, deren Haushalt nach EU-Definition erheblich materiell depriviert ist, sich damit mehrere, regelmäßig anfallende und einem Mindeststandard entsprechende, Ausgaben nicht leisten kann,
  3. Personen, die jünger als 60 Jahre alt sind und in einem (nahezu) erwerbslosen Haushalt leben.
2009 2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg in % 17,3 15,9 15 14,1 15,6 16
Betroffene 93.270 84.438 78.539 74.068 81.722 84.240
Österreich in % 19,1 18,9 19,2 18,5 18,8 19,2
Betroffene 1.577.000 1.566.000 1.593.000 1.542.000 1.572.000 1.609.000


Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung betrifft österreichweit rund 1,61 Mio. Personen, das sind rund 19 % der Bevölkerung. Diese Größenordnung macht deutlich, dass der Europa-2020-Indikator „Ausgrenzungsgefährdung“ keineswegs auf eine kleine Minderheit abzielt und kein randständiges Phänomen darstellt, sondern breite Bevölkerungsschichten umfasst.

Im Bundesland Salzburg betrifft Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdung im Jahr 2014 rund 84.000 Personen oder 16 % der Gesamtbevölkerung. Die Quote der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdeten ist in Salzburg damit deutlich niedriger als in Österreich.

Im Verlauf der vergangenen fünf Jahre zeigt sich weder in Österreich noch in Salzburg eine statistisch signifikante Änderung des Betroffenenkreises.

Mit rund 61.000 Menschen zählen die meisten aufgrund eines geringen Haushaltseinkommens zur Zielgruppe der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdeten.

Auf die Frage, was Armut ist oder wer arm ist, gibt es keine wissenschaftlich beweisba-re Antwort (Atkinson 1983). Die Definition von Armut ist das Ergebnis sozialer Wertset-zungen und aufgrund unterschiedlicher Definitionsmöglichkeiten ist daher eine „richtige“ und umfassende Zählung „der Armen“ nicht möglich. Auf der Grundlage klarer De-finitionen, die etwa am verfügbaren Einkommen ansetzen, kann ein Indikator gebildet werden, um zu messen, wie hoch der Anteil von Personen in benachteiligten Lebenssi-tuationen ist.

In der Europäischen Union hat sich eine Definition etabliert, die Armutsgefährdung an-hand einer nach Haushaltszusammensetzung und Größe jedes Jahr neu festge¬legten Einkommensschwelle berechnet. Grundlage ist der Median des (äquivalisierten) Haus-haltseinkommens in einem Land. Der Schwellenwert für Armutsgefährdung wurde mit 60 % des nationalen Medians des Äquivalenzeinkommens festgelegt. Die Festlegung auf 60 % des Medians ist eine politisch-administrativ festgelegte Schwelle und es liegt ihr keine Bedarfsmessung zugrunde, daher könnten zur Beobachtung von Einkom-mensarmut auch andere Schwellenwerte definiert werden. Armutsgefährdung als ein-kommensbasierte Maßzahl berücksichtigt keine Veränderungen bei Kosten oder Bedarf wie etwa steigende Lebenshaltungskosten.

Für das Jahr 2015 liegt die Armutsgefährdungsschwelle laut EU-SILC 2015 bei rund 13.956 Euro pro Jahr für einen Einpersonenhaushalt, ein Zwölftel davon entspricht ei-nem Monatswert von 1.163 Euro. Die Anpassung für Mehrpersonenhaushalte erfolgt nach der EU-Skala, die die erste erwachsene Person im Haushalt mit einem Konsum-äquivalent von 1, jeden weiteren Erwachsenen mit 0,5 und jedes Kind (unter 14 Jahren) mit 0,3 gewichtet.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg 12,6 11,6 11,2 10,3 11,6 11,2
Betroffene 67.836 61.692 58.566 54.301 60.834 61.244
Österreich 14,5 14,7 14,5 14,4 14,4 14,1

Im Bundesland Salzburg waren gemäß dieser Definition im Jahre 2014 rd. 61.000 Per-sonen armutsgefährdet. Das entspricht einem Anteil von 11,7 %. Damit ist der Anteil armutsgefährdeter Personen signifikant geringer als im Österreichvergleich. Im Zeitverlauf lassen sich weder an der Zahl der Betroffenen noch am Abstand zur na-tionalen Vergleichsgröße signifikante Veränderungen feststellen.
Erhebliche materielle Deprivation liegt vor, wenn Haushalte angeben, sich mindestens vier von neun der untenstehenden Ausgaben nicht leisten zu können:
  • Regelmäßige Zahlungen in den letzten zwölf Monaten rechtzeitig zu begleichen (Miete, Betriebskosten, Kreditrückzahlungen, Wohnnebenkosten, Gebühren für Wasser, Müllabfuhr und Kanal, sonstige Rückzahlungsverpflichtungen),
  • unerwartete Ausgaben bis zu 1.100 Euro zu finanzieren (z. B. für Reparaturen; der Betrag entspricht der gerundeten monatlichen Armutsgefährdungsschwelle aus EU-SILC 2013),
  • die Wohnung angemessen warm zu halten,
  • jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch (oder entsprechende vegetarische Speisen) zu essen,
  • einmal im Jahr auf Urlaub zu fahren,
  • einen Pkw,
  • eine Waschmaschine,
  • ein Fernsehgerät,
  • ein Telefon oder Handy.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg 4,7 4,1 3,1 2,7 2,8 3,3
Betroffene 25.380 21.719 16.198 14.400 14.742 17.591
Österreich 4,6 4,3 4 4 4,2 4

Der Anteil von Personen, die von erheblicher materieller Deprivation betroffen sind, liegt bei rd. 3,3 % (erhöhte Schwankungsbreite). Damit sind rd. 17.500 Personen nicht in der Lage, sich mindestens vier der neun angegebenen Ausgaben leisten zu können. Auch dieser Wert dürfte unterhalb des österreichischen Vergleichswerts liegen und hat sich im Beobachtungszeitraum kaum verändert.
Ausgewiesen wird der Anteil von Personen in Haushalten, bei denen keine oder eine sehr niedrige Erwerbsintensität vorliegt. Niedrige Erwerbsintensität bedeutet eine ma-ximale Erwerbsintensität von 20 % der vollen Erwerbstätigkeit. In einem Einpersonen-haushalt entspricht das einer ganzjährigen Erwerbstätigkeit von maximal sieben Wo-chenstunden.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg 5,1 5,1 4,9 4,5 5,5 6,6
Betroffene 22.141 21.079 20.079 18.550 22.603 27.244
Österreich 7,1 7,8 8,6 7,7 7,8 9,1

Im Bundesland Salzburg leben 2014 rd. 27.000 Personen in Haushalten mit keiner oder niedriger Erwerbstätigkeit, das entspricht einer Quote von 6,6 % (erhöhte Schwan-kungsbreite).

Dieser Indikator korreliert mit der Entwicklung der Arbeitslosenrate und steigt im Zeit-verlauf an. Die Quote liegt deutlich unter dem nationalen Vergleichswert.

Lebensstandard

Manifeste Armut bezeichnet eine Lebenssituation, in der ein Mensch von zwei oder drei der Kriterien für Ausgrenzungsgefährdung gleichzeitig betroffen ist.

Neben dem Haushaltseinkommen ist dies die Erwerbstätigkeit der Haushaltsmitglieder sowie Fragen nach der Leistbarkeit ausgewählter Grundbedürfnisse.

Diesen Menschen fehlt die Möglichkeit, das geringe Einkommen mit Erwerbstätigkeit zu verbessern oder durch Ersparnisse bzw. eine sparsame Lebensführung (z. B. aufgrund von Wohnungseigentum oder einer sehr günstigen Miete) zu kompensieren.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg 3,6 3,3 2,7 2,1 2,8 <10
Betroffene 19.313 17.450 14.174 11.253 14.399 -
Österreich 4,4 4,9 4,8 4,9 4,6 4,9

Für 2014 (Durchschnitt der Jahre 2013–2015) sind die Fallzahlen für das Bundesland Salzburg zu gering, für die Jahre zuvor sind Aussagen mit eingeschränkter Sicherheit zum Kreise der Betroffenen möglich. Demnach können rd. 14.000 Personen oder 2 % bis 3 % der Salzburger Bevölkerung als manifest arm gelten. Gegenüber der nationalen Vergleichszahl liegt auch bei diesem Indikator eine geringere Betroffenheit vor.
Stärker noch als die individuellen Einkommen bestimmen die verfügbaren Nettoein-kommen der privaten Haushalte die Konsummöglichkeiten und das Wohlstandsniveau der Bevölkerung. Das Haushaltseinkommen wird aus sämtlichen Einkünften von allen Personen im Haushalt im Laufe des vergangenen Kalenderjahres unter Abzug von So-zialbeiträgen, Steuern und allfälligen geleisteten Transferzahlungen an andere Haus-halte (z. B. Alimente) berechnet. Das Haushaltseinkommen von Mehrpersonenhaus-halte wird dann standardisiert auf einen Einpersonenhaushalt (sog. Äquivalenzein-kommen). Die Standardisierung erfolgt anhand der sogenannten EU-Skala, die für jede weitere erwachsene Person ein Gewicht von 0,5 und für jedes Kind ein Gewicht von 0,3 unterstellt. Das mittlere Einkommen (Median) wird aus der Verteilung dieser Ein-kommen für Personen in Privathaushalten berechnet, so dass jeweils die Hälfte der je-weiligen Bevölkerungsgruppe ein Einkommen unter dem Medianwert hat. Die nominel-len Beträge lassen ohne Beachtung der Inflation keine Beurteilung der realen Kaufkraft zu. Deshalb wird der Betrag zu konstanten Preisen (Basis: 2014) ausgedrückt.

2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg 23.426 23.549 23.328 23.067 23.092
VÄ z. VJ 2,0 0,5 -0,9 -1,1 0,1
Österreich 23.154 23.168 22.790 22.511 22.534
Österreich VÄ z. VJ 2,4 0,1 -1,6 -1,2 0,1

Das preisbereinigte standardisierte Haushaltsmedianeinkommen betrug 2014 23.092 Euro und lag damit höher als im Österreichvergleich. Im Trend zeigen sich sowohl im Bundesland Salzburg als auch in Österreich seit 2010 sinkende reale Haushaltsmedi-aneinkommen.
Die regionale bzw. nationale Armutsgefährdungslücke basiert auf dem zusätzlichen Einkommen, das ein armutsgefährdeter Haushalt benötigen würde, um ein Einkommen über der Armutsgefährdungsschwelle zu erzielen.

Zählt man die absoluten Eurobeträge dieser Einkommenslücken aller Haushalte zu-sammen, dann ergibt sich ein Gesamtmaß für Intensität und Ausmaß von Armutsge-fährdung. Dieser Indikator ist umso höher, je mehr Menschen betroffen sind und je größer ihr Abstand zur Gefährdungsschwelle ist. Der Wert der Armutsgefährdungslücke gibt keine Information darüber, ob der Abstand einer kleineren Gruppe hoch ist oder eine große Gruppe von Betroffenen einen kleinen Abstand zur Armutsgefähr-dungsschwelle aufweist.

Die Zahl wird auch als Anteil am Bruttoinlandsprodukt bzw. Bruttoregionalprodukt aus-gewiesen. Im Bundesland Salzburg liegt die Einkommensarmutslücke 2014 bei 165 Mio. Euro, das entspricht 0,7 % des Bruttoregionalprodukts. Die Einkommensarmutslü-cke liegt damit unterhalb des österreichischen Vergleichswerts von 1,1 % des BIP. Für Österreich zeigt sich in den letzten Jahren ein Anstieg der Armutsgefährdungslücke (Statistik Austria 2015, 19).

2014
In % des BRP/BIP
Salzburg 0,7
Österreich 1,1
Der Indikator „dauerhaft manifeste Armut“ umfasst den Anteil der Bevölkerung, der seit mindestens zwei Jahren mit zwei oder drei Kriterien der Ausgrenzungsgefährdung kon-frontiert ist. Dies sind: Armutsgefährdung, geringe oder keine Erwerbsintensität im Haushalt oder erhebliche materielle Deprivation. Als Längsschnittindikator erlaubt dieser Indikator eine Unterscheidung chronischer Armuts- und Ausgrenzungsprozesse von vorrübergehenden Problemlagen, wie sie etwa häufiger bei Studierenden vorkommt. Allerdings können nur jene Personen berücksichtigt werden, die in diesen zwei Jahren auch in Österreich ansässig waren. Personen, die im Zeitraum geboren wurden oder zugewandert sind, werden nicht berücksichtigt.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
In Prozent <5 2 <5 <5 <5 <5
Betroffene 7.776 10.527 - - - -
Österreich 2,9 2,6 2,7 2,7 3,1 3,0

Eine seriöse Schätzung des Anteils der von dauerhafter manifester Armut im Bundes-land Salzburg betroffenen Personen ist aufgrund zu weniger Beobachtungen auch im Dreijahresdurchschnitt nicht möglich. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit liegt der Anteil unter 5 %.

In Österreich waren im Jahr 2013 250.000 Menschen von dauerhaft manifester Armut betroffen. Zwischen 2009 und 2013 hat sich die Zahl jener, die in zumindest zwei auf-einanderfolgenden Jahren von Armutsgefährdung, Erwerbslosigkeit oder Einschrän-kungen bei Grundbedürfnissen betroffen waren, leicht erhöht. Diese besonders stark benachteiligte Gruppe hat aber innerhalb der Ausgrenzungsgefährdeten signifikant an Bedeutung gewonnen. Innerhalb der Europa-2020-Zielgruppe ist der Anteil von 15,0 auf 16,6 % angestiegen (Statistik Austria 2015, 22).

Bezogen auf die Gesamtbevölkerung hat sich die Quote für dauerhaft manifeste Armut zwischen 2009 und 2013 tendenziell von 2,9 % auf 3,1 % erhöht.
In diesem Indikator werden finanziell bedingte Rückstände bei regelmäßigen Zahlungen wie Haus- und Wohnungskrediten, sonstigen Krediten, Miet-, Energie- und Be-triebskosten berücksichtigt. Für diesen Indikator ist maßgeblich, ob solche Rückstände in den letzten zwölf Monaten zwei Mal oder öfter aufgetreten sind.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
In Prozent 3,9 4,1 2,8 2,2 1,9 2
Betroffene 21.097 21.810 14.457 11.472 10.003 10.500
Österreich 3,9 4,7 4,7 4,6 4,5 3,5

Die Punktschätzer der Indikatorwerte deuten im Bundesland Salzburg auf einen etwas rückläufigen Anteil Betroffener hin. So sind 2014 rd. 2 % der Personen von wiederhol-ten Zahlungsproblemen betroffen. Aufgrund niedriger Beobachtungszahlen sind die Schwankungsbreiten des Indikators allerdings erhöht. Da sich die Konfidenzbänder der Schätzungen im Beobachtungszeitraum überlappen, kann von einem Rückgang der Betroffenheit nicht mit Sicherheit gesprochen werden.

Ein statistisch signifikanter Trend zeigt sich trotzdem bei einer Bevölkerungsgruppe: Die Quote der Frauen unter 40 Jahren hat sich im Beobachtungszeitraum um vier Pro-zentpunkte verringert. Insgesamt waren im Jahr 2013 373.000 Personen betroffen, davon zählten 247.000 (66 %) zur Europa-2020-Zielgruppe. Diese Zahl hat sich im Berichtszeitraum nicht sig-nifikant verändert (siehe nationale Indikatoren).

Belastungen durch das Wohnen

Indikatoren zur Wohnraumversorgung zeigen vor allem eine starke Zunahme der Kostenbelastung der privaten Haushalte. Diese sind insbesondere im Bundesland Salzburg Ausdruck einer problematischen Relation zwischen Wohnungsangebot und Wohnungsnachfrage in den Regionen mit starkem Bevölkerungswachstum sowie steigender Belastungen durch Wohnebenkosten. Die Qualität der Wohnungen hat sich dagegen sukzessive verbessert.

Bei den Indikatoren für Überbelag, Wohnkostenanteil und Qualität hatten Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdete einen zwei bis drei Mal über dem Durchschnitt liegenden Anteil an Betroffenen.

Für die Definition von Überbelag gilt nach EU-Definition folgender Mindestbedarf an Wohnräumen (Küchen werden nicht als Wohnräume gezählt):
  • ein Zimmer je Haushalt;
  • ein Zimmer je Paar;
  • ein Zimmer je erwachsener Einzelperson;
  • ein Zimmer je einem bis zwei 12- bis 17-jährigen Kindern/Jugendlichen;
  • ein Zimmer je einem bis zwei unter 12-Jährigen.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg 15,2 13 11,1 12,4 14,9 15,7
Betroffene 82.016 68.766 58.498 65.730 77.988 82.345
Österreich 13,0 12,0 12,2 13,9 14,7 15,3

Im Bundesland Salzburg waren 2014 rd. 16 % der Bevölkerung von Überbelag gemäß EU-Definition betroffen, damit liegt der Wert ähnlich hoch wie in Österreich.

Für Salzburg zeigt sich seit 2011 eine Vergrößerung des Betroffenenkreises, in Öster-reich ist der Wert, ausgehend von einem etwas höheren Niveau, ebenfalls steigend.

In der Gruppe der von Armut- und Ausgrenzung Betroffenen ist der Anteil mit 29,4 % genau doppelt so hoch (Statistik Austria 2015, 28).
Nach EU-Definition ist die Wohnkostenbelastung spätestens dann kritisch, wenn der gesamte Wohnungsaufwand 40 % des jährlich verfügbaren Haushaltseinkommens übersteigt. Wohn- oder Mietbeihilfen werden in dieser Berechnung vom Wohnungs-aufwand abgezogen und auch beim Haushaltseinkommen nicht berücksichtigt. Damit wird sichergestellt, dass Wohnbeihilfen ebenso behandelt werden wie eine objektbezo-gene Wohnbauförderung. Berücksichtigt werden alle Ausgaben für Miete, Betriebskos-ten, Heizung, Energie und Instandhaltung (abzüglich allfälliger Wohn- oder Mietbeihilfen) sowie Zinszahlungen für Kredite zur Schaffung oder Sanierung von Wohnraum. Der Indikator berücksichtigt explizit die Entwicklung eines wichtigen Teils der Lebenskosten, die bei der Messung von Armutsgefährdung sonst keine Rolle spielen.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg 7 6,1 6,1 5,6 5,8 6,7
Betroffene 37.896 32.342 31.963 29.707 30.166 35.096
Österreich 5,4 6,4 5,4 6,9 7,1 6,6

Der Indikatorwert zeigt für 2014 eine weitere Steigerung auf 6,7 %. Damit waren rd. 35.000 Personen von zu hohen Wohnkosten gemäß EU-Definition betroffen. Der weit-aus größte Teil dieser Personen zählte zur Gruppe der Armuts- oder Ausgrenzungsge-fährdeten.

In Österreich liegt der Anteil der Betroffenen ähnlich hoch wie in Salzburg. Die durch-schnittlichen Wohnkosten im Jahr 2013 lagen bei den ausgrenzungsgefährdeten Per-sonen bei 37,3 % des Haushaltseinkommens, verglichen mit 19,0 % für die Gesamtbe-völkerung. (Statistik Austria 2015, 26).
Nach EU-Definition wird von sehr schlechtem Wohnstandard gesprochen, wenn zwei oder mehr der folgenden Wohnprobleme vorliegen:
  • kein WC in der Wohnung (bzw. zum alleinigen Gebrauch),
  • kein Badezimmer in der Wohnung,
  • Feuchtigkeit, Schimmelbildung,
  • dunkle Wohnräume.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg 3,5 2,2 1,4 1,5 1,4 1,4
Betroffene 18.945 11.814 7.454 - - -
Österreich 3,6 3,5 3,0 2,6 2,4 1,0

Im Beobachtungszeitraum hat sich die Zahl der Betroffenen mehr als halbiert. Der An-teil der Betroffenen an der Gesamtbevölkerung ist von 3,5 % auf 1,4 % zurückgegangen.

Der Trend ist auch für Österreich festzustellen, wenn auch auf etwas höherem Niveau. Die Betroffenheit in der Gruppe der Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdeten war öster-reichweit im Jahr fast viermal so hoch wie bei den nicht Armuts- oder Ausgrenzungsge-fährdeten, wobei sich die Wohnsituation in der Europa-2020-Zielgruppe sogar tenden-ziell verschlechtert hat (Statistik Austria 2015, 29).
Die dargestellten Wohnumgebungsbelastungen beziehen sich auf den Anteil der Per-sonen, die mindestens zwei der drei folgenden Probleme genannt haben:
  • Kriminalität,
  • Lärm,
  • Umweltverschmutzung.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg 7,7 7,6 7,5 8,4 10 8,4
Betroffene 41.556 40.156 39.180 44.259 52.301 44.089
Österreich 10,4 10,2 9,6 10,0 9,4 9,5

Im Jahr 2014 waren im Bundesland Salzburg 8,4 % oder rd. 44.000 Menschen von Kriminalität, Lärm oder Umweltbelastungen in der Wohnumgebung betroffen. Die Quote war auch hier etwas niedriger als in Österreich mit 9,5 %. Im Beobachtungszeitraum zeigen sich keine statistisch signifikanten Veränderungen.

Probleme im Erwerbsleben

Historisch sicherte die Integration in das Erwerbsleben nicht nur über Erwerbseinkommen die Teilhabe an einer angemessenen Wohlfahrt, sondern in einem erwerbszentrierten System der sozialen Sicherung auch Zugang zu sozialen Teilhabestandards.

Das im Gefolge der Wirtschaftskrise 2008/9 anhaltend schwache Wirtschaftswachstum sowie die vielfältigen strukturellen Veränderungen haben die Zahl der Personen mit Problemen im Erwerbsleben vergrößert. Das betrifft nicht nur die steigende Arbeitslosigkeit, sondern diskontinuierliche Erwerbsbiografien sowie den Umstand, dass die von ausgrenzungsgefährdeten Personen erzielten Erwerbseinkommen nur selten über die Armutsgefährdungsschwelle reichen.

Dieser Indikator bezeichnet jenen Anteil von Personen im Alter von 18 bis 59 Jahren, die maximal 20 % des Jahres Vollzeit erwerbstätig sind. Personen in Mutterschutz oder Elternkarenz, Studierende und PensionistInnen werden bei der Berechnung nicht ein-bezogen. Die Definition folgt weitgehend jener für die entsprechende Europa-2020-Zielgruppe, wobei sich der EU-Indikator auf die gesamten Haushalte bezieht. Der ös-terreichische Indikator erfasst hingegen die Einzelpersonen. So werden beispielsweise auch Frauen in die Berechnung einbezogen, die mit einer alleinverdienenden Person zusammenleben und selbst (fast) keiner Erwerbstätigkeit nachgehen, was bei den EU-Indikatoren nicht der Fall ist. Der Indikator ergänzt damit den EU-Indikator zu Haushal-ten ohne oder mit sehr geringer Erwerbsintensität sowie die Erwerbs- und Erwerbstäti-genquote. (Statistik Austria 2015, 33). Quelle für die Berechnung der Quote ist EU-SILC.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg 12,4 12,3 12,1 13,7 14,4 15,1
Betroffene 36.642 35.215 34.106 39.247 41.891 44.324
Österreich 15,0 16,8 17,3 15,6 15,6 16,2

Der Anteil der Personen mit fast keiner Erwerbstätigkeit liegt 2014 bei rd. 15 %. Seit dem Jahre 2009 ist ein kontinuierliches Anwachsen der Quote zu beobachten und der Salzburger Wert liegt nur mehr um rd. einen Prozentpunkt unterhalb des entsprechen-den Vergleichswerts für Österreich.
Die konventionelle Definition von Armutsgefährdung betrachtet das Gesamteinkommen eines Haushaltes, einschließlich sämtlicher Transferleistungen (z. B. Pensionen und Arbeitslosenleistungen). Ergänzend dazu gibt der Indikator zu armutsgefährdendem Erwerbseinkommen Aufschluss darüber, ob Haushalte ohne zusätzliche Transferzah-lungen ein Einkommen über der Gefährdungsschwelle erreichen würden. Dabei handelt es sich nicht um die individuellen Erwerbseinkommen, sondern nur das im Haushalt insgesamt verfügbare Erwerbseinkommen. Familienleistungen, wie Kinderbetreu-ungsgeld oder Familienbeihilfe, werden hierbei zum Erwerbseinkommen hinzugerech-net. Von einem armutsgefährdenden Haushaltseinkommen aus Erwerbsarbeit sind mehr Personen als bei den sogenannten „working poor“ betroffen, weil vielfach das Gesamteinkommen dieser Haushalte aufgrund anderer Transferleistungen die Armuts-gefährdungsschwelle überschreitet.

Der Indikator „Armutsgefährdendes Haushaltseinkommen aus Erwerbsarbeit“ bezieht sich somit auf den Anteil der Personen in Erwerbshaushalten, in denen die Summe der Nettoerwerbseinkommen plus Familienleistungen im Haushalt geringer ist als die Ar-mutsgefährdungsschwelle. Erwerbshaushalte sind Haushalte mit Einkommen aus selbständiger oder unselbständiger Tätigkeit. Ausgenommen sind jene Haushalte, die mehr als 50 % des Einkommens aus Pensionen beziehen, sowie alle 18- bis 64-Jährigen in Ausbildung.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
In Prozent 16,3 17,3 17,2 18,5 19,7 20,4
Betroffene 69.230 72.115 69.873 75.517 78.913 81.709
Österreich 20,4 21,8 23,1 22,9 21,9 21,5

Der Salzburger Indikatorwert zeigt im Beobachtungszeitraum eine deutliche Zunahme der Personen in erwerbstätigen Haushalten mit Erwerbseinkommen plus Familienleis-tungen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle. Waren 2009 noch rd. 16 % der in Salzburg Erwerbstätigen betroffen, liegt die Quote 2014 bei rd. 20 %. Auch bei diesem Indikator liegt der österreichische Vergleichswert oberhalb des Salzburger Werts, die Differenz ist allerdings deutlich geringer geworden.
Die Internationale Organisation für Arbeit (ILO) misst und beurteilt „decent work“ (an-ständige Arbeit) unter anderem daran, ob das Erwerbseinkommen pro Stunde zumin-dest den Schwellenwert von zwei Drittel des Bruttomedianlohns des jeweiligen Landes übersteigt. Die Berechnung erfolgt auf Vollzeitbasis einschließlich Sonderzahlungen und bezahlten Urlaubszeiten. In die Berechnung gehen nur unselbständig Erwerbstätige ohne Lehrlinge mit einer Normalarbeitszeit von mindestens zwölf Wochenstunden ein.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
In Prozent 14,9 14,5 13,3 13 12,6 13
Betroffene 32.315 29.560 26.418 25.865 25.465 26.812
Österreich 14,9 13,8 13,9 13,9 13,8 12,7

Im Jahr 2014 zeigen die Werte des Indikators gegenüber den Werten für 2009 und 2010 etwas geringere Betroffenenzahlen. Für 2014 ist von rd. 27.000 Personen auszugehen, deren Stundenlöhne zwei Drittel des Bruttomedians nicht erreichen. Die Quote liegt im Bereich des österreichischen Vergleichswerts. Bei den Armuts- oder Ausgren-zungsgefährdeten ist dieser Anteil mit 32,8 % mehr als doppelt so hoch.
Der Indikator gibt die Zahl jener Frauen und Männer von 18 bis 59 Jahren an, die nur teilzeitbeschäftigt oder nicht erwerbstätig sind, weil keine geeignete Betreuungseinrich-tung für Kinder oder pflegebedürftige Erwachsene zur Verfügung steht. Studierende und Personen in Pension werden – wie in der Definition für Arbeitsmarktferne – nicht berücksichtigt.

Österreichweit gaben 2013 rd. 81.000 Frauen und 3.000 Männer an, durch Betreu-ungspflichten gegenüber Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen nicht oder nur in reduziertem Ausmaß erwerbstätig sein zu können. Diese Zahl liegt etwa auf demselben Niveau wie im Jahr 2008 (Statistik Austria, 2015). Das entspricht einem Anteil von 1,9 %.

Im Bundesland Salzburg umfasst die Zahl im Jahr 2014 rd. 5.000 Personen, das ent-spricht ebenfalls einem Anteil von rd. 1,9 %.

2014
In Prozent 1,9
Betroffene 5.000
Österreich 1,9
An der Langzeitarbeitslosigkeit auf Basis von Registerdaten wird sichtbar, wie lange eine Person ohne Berücksichtigung kürzerer Unterbrechungen bereits arbeitslos vor-gemerkt ist. Da sich auch bei längeren Unterbrechungen der Arbeitslosigkeit an der Beschäftigungssituation der betroffenen Person zunächst nichts ändert, wird mit der Langzeitbeschäftigungslosigkeit eine weiter gefasste Kennzahl ermittelt, um langanhal-tende Arbeitslosigkeit zu messen.

Die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen wird hier als Anteil an den Erwerbspersonen ausgewiesen (unselbständig Beschäftigte plus Arbeitslose inkl. Schulungsteilnehme-rInnen).

2015
Salzburg 1,1
Betroffene Rd. 3.000
Österreich 2,7

In Österreich waren 109.943 Personen im Jahr 2015 langzeitbeschäftigungslos. Das entspricht 31 % aller arbeitslos gemeldeten Personen im Jahr 2015. Damit sind 2,7 % der Erwerbspersonen langzeitbeschäftigungslos. Dieser Wert ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

In Salzburg beträgt der Anteil langzeitbeschäftigungsloser Personen an der Gesamtar-beitslosigkeit 16,2 %, das entspricht rd. 3000 Personen. Da auch die Arbeitslosenquote in Salzburg geringer ist, beträgt der Anteil der Langzeitbeschäftigungslosigkeit an allen Erwerbspersonen 1,1 %.

Bildungschancen

Der Dimension Bildungschancen kommt im Teilhabekonzept eine vorrangige Bedeutung zu.

Der Indikator „Bildungsaktivität ab 16 Jahren“ umfasst schulische oder berufliche Aus- oder Weiterbildung bzw. freizeitbezogene Kurse, die im Vorjahr besucht wurden. Da-runter fallen
  • formale Bildungsaktivitäten in Schulen, Berufsschulen, Universitäten oder Fachhochschulen;
  • berufsbezogene Aus- oder Weiterbildungen wie Teilzeitkurse, Kurzseminare und Praktika;
  • Kurse, Lehrgänge oder Workshops, deren Inhalte sich auf Freizeitaktivitäten oder Hobbys bezogen haben.
Darunter fallen zum Beispiel Sprachkurse, Mu-sikunterricht, Tenniskurse, Fahrschule usw. Im Jahr 2014 gab es im Bundesland rd. 106.000 Personen ab 16 Jahren, die in den letzten zwölf Monaten einen Kurs oder eine Ausbildung besucht haben. Gegenüber dem Jahr 2009 ist die Zahl der Bildungsaktivitäten konstant. Rd. 28 % der Bevölkerung ab 16 Jahren besuchten jährlich eine der angeführten Bildungsaktivitäten.

Dieser Wert liegt etwas unterhalb des österreichischen Vergleichswerts mit 32,5 % im Jahr 2014. In Österreich ist die Zahl der Bildungsaktivitäten in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg 28,1 28,9 28,7 29,6 30,3 28,5
Betroffene 105.239 107.169 106.335 110.076 112.041 105.948
Österreich 28,6 29,9 30,4 32,3 32,5 32,5
Institutionelle Vorschulbildungschancen beziehen sich auf Kinder, die bereits vor Beginn der Schulpflicht bzw. dem verpflichtenden Kindergartenjahr einen Kindergarten, eine Kinderkrippe oder alterserweiterte Betreuungseinrichtung besuchen. Die ausge-wiesenen Prozentwerte beziehen sich auf den Anteil der Kinder in institutionellen Kin-derbetreuungseinrichtungen im Vergleich zur gleichaltrigen Wohnbevölkerung.

Im Betrachtungszeitraum haben sich die Besuchsquoten in vorschulischen Bildungs-einrichtungen deutlich erhöht. Bei den 0- bis 2-Jährigen besuchen rd. 19 % eine vor-schulische Bildungseinrichtung, damit liegt der Wert für Salzburg um rd. sieben Pro-zentpunkte hinter dem gesamtösterreichischen Wert. Bei den 3- bis 5-Jährigen besu-chen 92 % eine vorschulische Bildungseinrichtung, dieser Wert entspricht dem öster-reichischen Wert.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
Salzburg 0-2 13,7 14,1 16,2 17,6 18,7 18,6
3-5 89,0 89,3 90,7 90,3 91,2 92,2
Österreich 0-2 17,1 19,7 20,8 23,0 23,8 25,5
3-5 90,7 90,3 90,6 90,8 92 93
Der Indikator orientiert sich an einer Studie von Eurofound (Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen): NEETs sind Personen zwischen 16 und 29 Jahren, die über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten im letzten Kalenderjahr weder in Ausbildung noch in Erwerbstätigkeit waren (Selbstdefinition der Hauptaktivität). Als Datengrundlage dient hier EU-SILC, wodurch die Möglichkeit einer gezielten Darstellung für die Europa-2020-Zielgruppe besteht.

Diese Definition unterscheidet sich von einer gängigen Eurostat-Definition (LFS), die sich auf die Referenzwoche und die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen bezieht. Stu-dien zeigten, dass die Lebenssituation dieser in Österreich knapp 70.000 Jugendliche (7 %) umfassenden Gruppe sehr heterogen ist (vgl. Eurofound 2012; Bacher et al. 2014). Als problematisch haben sich vor allem lange andauernde Perioden der Be-schäftigungslosigkeit erwiesen, weshalb für die nationalen Indikatoren ein Zugang ver-folgt wird, der die Dauer dieses Zustandes explizit berücksichtigt.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
In Prozent 14,8 17,1 14,5 12,4 9,4 9,2
Betroffene 14.971 16.891 13.701 12.199 9.762 9.729
Österreich 17,9 18,0 16,0 13,2 13,7 12,9

Im Jahr 2014 lag die Zahl der 16- bis 29-jährigen Jugendlichen, die in den letzten sechs Monaten weder in Ausbildung standen noch Arbeit hatten bei rd. 9.800. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der betroffenen Jugendlichen signifikant gesunken und liegt unterhalb des österreichischen Vergleichswerts von rd. 13 %.
Trotz der seit Jahrzehnten zunehmenden Bildungsmobilität ist die Wahrscheinlichkeit, einen weiterführenden Bildungsabstand zu erreichen, nach wie vor stark vom Bil-dungsstand der Eltern abhängig.

Um Bildungsmobilität zu messen, wird der erreichte Bildungsstand mit jenem der Eltern verglichen. Bildungsmobilität besteht darin, wenn Personen, deren Eltern keinen Pflichtschulabschluss erreicht haben, selbst an weiterführenden Ausbildungsmöglich-keiten partizipieren können.

2015
Salzburg 28
Österreich 23 Prozentpunkte

Laut EU-SILC beträgt der Abstand zwischen 25- bis 59-Jährigen aus bildungsfernen Familien und Personen, deren Eltern eine weiterführende Ausbildung absolviert haben, 28,0 Prozentpunkte. Soziale Bildungsmobilitätshemmnisse sind im Bundesland Salzburg damit höher als in Gesamtösterreich, wo der entsprechende Wert 23 Prozentpunkte beträgt.

Die Differenz der Bildungsbeteiligung in Salzburg betrug im Jahr 2015 28 Prozentpunk-te, liegt also deutlich höher.

Gesundheitsprobleme

Gesundheit steht in engem Zusammenhang mit der empfundenen Lebensqualität. Gesundheit und Lebensdauer sind in Österreich nach wie vor in deutlich messbarem Ausmaß von der sozialen Lage abhängig. Die sozialen Unterschiede haben sich jedoch reduziert. Auch für Ausgrenzungsgefährdete war in den letzten Jahren eine deutliche Besserung der Gesundheitssituation feststellbar.

Dem Indikator „Mehrfache Gesundheitseinschränkungen“ liegen Selbstangaben durch die Betroffenen zugrunde. Personen gelten demnach als gesundheitlich beeinträchtigt, wenn auf sie mindestens zwei der drei Merkmale „sehr schlechter allgemeiner Ge-sundheitszustand in der subjektiven Einschätzung“, „chronische Krankheit“ oder „starke Einschränkung bei der Verrichtung alltäglicher Arbeiten durch eine gesundheitliche Be-einträchtigung seit mindestens einem halben Jahr“ zutreffen.

Im Bundesland Salzburg sind rd. 40.000 Personen von mehrfachen Gesundheitsein-schränkungen betroffen. Obwohl die Bevölkerung im Durchschnitt älter und damit an-fälliger für Erkrankungen wird, hat sich diese Zahl in den vergangenen Jahren kaum verändert und ist ähnlich hoch wie in Gesamtösterreich.

Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdete waren im gesamten Beobachtungszeitraum wesentlich häufiger betroffen (2014: 14,6 %), allerdings hat sich der Abstand in den letzten Jahren deutlich verringert.

2009 2010 2011 2012 2013 2014
In Prozent 9 9,1 9 8,9 9 9
Betroffene 39.492 39.471 38.646 38.712 39.542 40.221
Österreich 9 9,1 9,1 8,9 9 9,3

Soziale Beziehungen

Teilhabe wird durch handelnde Subjekte, durch individuelles Handeln in sozialen Beziehungen angestrebt und verwirklicht.

Soziale Beziehungen sind nicht nur ein Grundpfeiler sozialen Zusammenhalts, als sich in ihnen gesellschaftliche Zugehörigkeit und soziale Teilhabe verwirklichen, sie zählen empirisch zu den wichtigsten Determinanten individueller Lebensqualität.

Die Dimension der sozialen Beziehungen wird durch die Indikatoren „Tragfähigkeit sozialer Beziehungen“ und subjektiver Ausgrenzung gemessen.

Intakte soziale Beziehungen (Familie, Freunde) zählen in Österreich zu den wichtigsten Determinanten der Lebensqualität. Dauerhafte soziale Isolation hingegen führt zum Ausschluss an Teilhabemöglichkeiten an der Gesellschaft und kann insbesondere im Alter auch zu Versorgungsproblemen führen.

Operationalisiert wird der Indikator durch die Frage „Haben Sie Verwandte, Freunde oder Nachbarn, die Sie um Hilfe bitten können?“ auf Basis einer repräsentativen Befragung.

In Prozent ja nein weiß nicht/k.A.
Salzburg 95,1 3,1 1,8
Österreich 93,6 4,8 1,6

Die Bevölkerung Salzburgs bekundet mit überwiegender Mehrheit tragfähige soziale Beziehungen. Auf die Frage, ob es im sozialen Nahkreis jemanden gibt, den man um Hilfe bitten kann, antworten rd. 95 % der Befragten mit ja. Hinsichtlich des Alters und des Geschlechts zeigen sich keine signifikanten Unterschiede. Unterschiede zur öster-reichischen Vergleichsgruppe liegen im Bereich statistischer Schwankungsbreiten.

Ein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen Einkommenshöhe und Hilfepo-tentialen im sozialen Nahkreis lässt sich nicht nachweisen. Offensichtlich sind integra-tionsfördernde tragfähige soziale Beziehungen in allen sozialen Schichten vorhanden und hängen nicht vom Sozialstatus ab.

Fehlende Unterstützung zeigt sich in sozial schwächeren Gruppen aber etwas häufiger. Ungelernte ArbeiterInnen und ArbeiterInnen mit Lehrausbildung beantworten die Frage zu 85 % mit ja, zu 10 % mit nein. Das deutet darauf hin, dass sich geringerer sozialer Status, Einkommensschwäche und Tragfähigkeit sozialer Beziehungen leichter paaren.

Deutlicher als soziale Unterschiede zeigt sich der signifikante Einfluss mangelnder so-zialer Beziehungen auf die Lebensqualität: Personen, die über mangelnde Sozialbe-ziehungen berichten, bekunden auch eine geringere Lebensqualität (MW: 6,2) gegen-über Personen, die über funktionierende Sozialbeziehungen berichten (MW: 8,2).
Das Vorhandensein von Bezugspersonen im sozialen Nahfeld, die man um Hilfe bitten kann ist ein Indikator für mangelnde soziale Teilhabemöglichkeiten. Eine negative Ant-wort bedeutet aber nicht zwangsläufig subjektiv erlebte Ausgrenzung. Der Indikator „subjektive Ausgrenzung“ wird durch die Zustimmung oder Ablehnung zur Aussage „Ich fühle mich von der Gesellschaft ausgeschlossen“ gemessen.

In Prozent trifft überhaupt nicht zu trifft eher nicht zu teils/teils trifft eher zu trifft voll und ganz zu MW (1-10) Std. Abweichung
Salzburg 68,5 13,3 10,0 5,6 2,5 2,0 2,7
Österreich 74,3 9,6 8,6 4,6 2,9 1,8 2,7

Mehr als zwei Drittel der SalzburgerInnen fühlen sich überhaupt nicht von der Gesell-schaft ausgeschlossen. Für 13,3 % trifft die Aussage eher nicht zu, 10 % antworten mit teils/teils und knapp 6 % antworten, dass das eher zutrifft. Der Anteil der Salzburger Bevölkerung, der sich von der Gesellschaft voll und ganz ausgeschlossen fühlt, ist mit 2,5 % so hoch wie der Anteil von Personen mit wenig tragfähigen Sozialbeziehungen.

Nach dem Geschlecht fühlen sich Männer (MW: 2,1) auf der zehnteiligen Antwortskala etwas stärker ausgeschlossen als Frauen (MW: 1,9).

Auch beim Indikator subjektive Ausgrenzung zeigen sich soziale Unterschiede. Bei Personen mit Pflichtschule als höchstem Schulabschluss liegt der Mittelwert auf der zehnteiligen Antwortskala mit 2,5 höher als bei allen Befragten, liegt aber unterhalb des Werts der österreichischen Bezugsgruppe in Österreich mit 3,0.

ArbeiterInnen fühlen sich mit einem Mittelwert von 3,8 in weitaus höherem Ausmaß ausgeschlossen als die Gesamtgruppe, aufgrund niedriger Besetzungszahlen sind Schlüsse hinsichtlich eines Zusammenhangs zwischen niedriger sozialer Schicht und Deprivation jedoch zurückhaltend zu interpretieren. Ein statistisch signifikanter Zu-sammenhang zwischen Einkommenshöhe und subjektiver Ausgrenzung lässt sich nicht feststellen.

Korreliert das Gefühl, ausgeschlossen zu sein, mit der bekundeten Lebensqualität? Das ist der Fall: Personen, die sich ganz oder eher ausgeschlossen fühlen, bekunden auch eine niedrigere Lebensqualität (MW: 6). Personen, die sich nicht ausgeschlossen fühlen, bekunden eine höhere Lebensqualität.

Lebensqualität MW (0–10)
Fühle mich ausgeschlossen* 6
Fühle mich nicht ausgeschlossen** 7,3