Zur Nachhaltigkeitsrelevanz im Tourismus im Bundesland Salzburg

Mit Salzburg als Städtereisedestination und dem Salzburger Land als Urlaubsregion weist das Bundesland Salzburg nach wie vor Zuwachsraten auf; es konnte im Tourismusjahr 2014/15 ein Plus von 2,7 % bei den Übernachtungen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden (Land Salzburg 2015c).

Rund 11.500 Beherbergungsbetriebe bieten gesamt ca. 199.000 Betten an (Stand Sommer 2015) bzw. rund 208.000 (Stand Winter 2015). Die durchschnittliche Auslastung im Sommer liegt in den gewerblichen Betten bei rund ca. 38 %, bei den Privatzimmeranbietern bei ca. 16 %. Im Winter ist die Auslastung etwas höher und liegt bei ca. 43 % in den gewerblichen Betrieben und bei ca. 26 % in den privaten Unterkünften (Land Salzburg 2016a, 2016b, 2016c, 2016d). Im Sommer 2015 konnten ca. 12 Mio. Nächtigungen und im Winter 2014/15 rund 15 Mio. Übernachtungen erzielt werden (Land Salzburg 2015b; Land Salzburg 2016b).

Das Bettenangebot im Bundesland (mit Stand Sommer 2015) umfasst 198.921 Betten; davon entfallen gesamt ca. 13.800 auf die Stadt Salzburg, rund 16.500 auf den Flachgau, ca. 9.000 auf den Tennengau, rund 66.000 Betten auf den Pongau, ca. 11.500 auf den Lungau und rund 82.000 Betten stellt der Pinzgau. Die Gesamtauslastung dieser Betten konnte im Sommer 2015 in den meisten Regionen des Bundeslandes Salzburg ein Plus von 0,9 % verzeichnen (von 30,0 % auf 30,9 %), ein leichtes Minus gab es im Salzburger Alpenvorland (minus 1,6 %), dem Salzburger Salzkammergut (minus 1,3 %) und der Salzburger Sonnenterrasse (minus 5,1 %) (Land Salzburg 2016a). Auch bei den Übernachtungen konnten fast alle Regionen im Sommer 2015 ein Plus von 3,8 % im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen, einzig der Bezirk Tamsweg hatte rückgängige Nächtigungen von minus 1,9 % (Land Salzburg 2015b).

Ein Plus von 0,6 % gab es auch bei der Auslastung vom Winter 2013/14 auf den Winter 2014/15, das sich in allen Bezirken des Landes widerspiegelt. Insgesamt 207.716 Betten standen in diesem Zeitraum zur Verfügung, davon rund 13.000 in der Stadt Salzburg, rund 14.000 im Flachgau, 9.000 im Tennengau, 72.000 im Pongau, 14.000 im Lungau und 85.000 im Pinzgau. Die größte Auslastungssteigerung bezirksweit konnte in der Stadt Salzburg generiert werden (plus 1,3 %) und auf regionaler Ebene in der Region Tennengebirge (plus 1,7 %). Negative Auslastungen im Winter 2014/15 verzeichneten auf Regionsebene das Salzburger Alpenvorland (minus 1,8 %) und das Lammertal (minus 0,2 %) (Land Salzburg 2016c). Bundeslandweit stiegen die Übernachtungen im Winter 2014/15 ebenso im Vergleich zum Vorjahr, insgesamt um 5 %, es konnten somit um rund 725.000 Nächtigungen mehr als im Jahr davor verzeichnet werden. Rückgänge bei den Nächtigungen aller Unterkünfte wurden in den Umgebungsorten der Stadt Salzburg (minus 0,1 %) und im Salzburger Salzkammergut (minus 1,2 %) verzeichnet. Gesamt wurden 15 Mio. Nächtigungen in diesem Zeitraum erzielt, rund eine Mio. davon in der Stadt Salzburg, ca. 600.000 Nächtigungen im Flachgau, ca. 500.000 im Tennengau, 5,7 Mio. im Pongau, knapp weniger als eine Mio. Übernachtungen im Lungau und 6,2 Mio. im Pinzgau (Land Salzburg 2016b).

Diese noch immer steigenden Entwicklungstendenzen führen zu hohen ökologischen Belastungen wie hohem Verkehrsaufkommen, hohem Energieverbrauch und auch Landschaftsverbrauch, u. a. durch den Ausbau von Skigebieten. Ebenso sind im sozialen und kulturellen Bereich Auswirkungen zu spüren: Die Bewahrung oder Verkitschung von Traditionen spielt hier eine große Rolle, ebenso die Belastung der Bereisten durch den hohen Anteil von Gästen in den Dorfgemeinschaften. Aber auch die ökonomischen Auswirkungen sind spürbar – beispielsweise steigende Preisniveaus in Tourismusregionen oder niedrige Löhne. Dies hat massive Auswirkungen auf die Zufriedenheit der einheimischen Bevölkerung und folglich auch auf die Lebensqualität. Nachhaltigkeitsmanagement in der Destination Salzburg sowie in touristischen Unternehmen kann ein Lösungsansatz sein, dieser Entwicklung entgegenzuwirken (FH Salzburg 2013).

Dies spiegelt auch die Nachhaltigkeitsthematik des aktuellen Strategieplans Tourismus 2020 des Landes Salzburg wider (Land Salzburg 2013): Er definiert auf Basis des von der Österreich Werbung veröffentlichen Positionspapiers zum Thema Nachhaltigkeit (Österreich Werbung 2012) die Bereiche der ökologischen Nachhaltigkeit, der sozialen Nachhaltigkeit und der ökonomischen Nachhaltigkeit im Tourismus, um so u. a. gute Arbeitsbedingungen und ein lebenswertes Umfeld anzubieten, klimaverträglich zu sein und das Wirtschaftswachstum weitestgehend vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln (Land Salzburg 2013, 39).

Touristische Nachhaltigkeit im Bundesland Salzburg

Nachstehende Ergebnisse spiegeln wider, was auch in der Literatur vorzufinden ist: Nur Teilbereiche werden von den regionalen Tourismuskooperationen bis dato zum Thema touristische Nachhaltigkeit in der Region berücksichtigt.

Überblick zu den Ergebnissen

Nachhaltiges Destinationsmanagement

Die nachstehende Grafik zeigt die unterschiedlichen Bereiche, die ein nachhaltiges Destinationsmanagement beachten kann.

Am besten zeigten sich die regionalen Kooperationen im Zugang zu Orten und Einrichtungen, einschließlich solcher, die wichtig für Natur und Kultur sind (14 von 15), gefolgt von der Verfügbarkeit eines Verzeichnisses des touristischen Bestandes und von Attraktionen, einschließlich Natur- und Kulturstätten (13 von 15). Besonders gering entfielen Möglichkeiten, Risiken und Chancen in Verbindung mit dem Klimawandel zu identifizieren (1 von 15), das Vorhandensein von Systemen, die unterschiedliche Aspekte überwachen, öffentlich darüber berichten und darauf reagieren (2 von 15), sowie das Vorhandensein einer wirkungsvollen Organisation, Abteilung oder Gruppe, welche unter Beteiligung des privaten und öffentlichen Sektors verantwortlich für eine abgestimmte Vorgehensweise für nachhaltigen Tourismus ist (2 von 15). Kurz: Nur zwei der 15 regionalen Kooperationsgemeinschaften weisen also überhaupt eine solche Einrichtung auf. Die genauen Ergebnisse sind Kapitel 4.2.1 Nachhaltiges Destinationsmanagement zu entnehmen.

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Ökonomische Nachhaltigkeit

Die 15 touristischen regionalen Kooperationen zeigten als stärksten Punkt die ökonomische Nachhaltigkeit betreffend die Unterstützung lokaler Unternehmen und fairen, lokalen Handels (11 von 15), am schwächsten waren sie (zwei von 15) in der Tourismussensibilisierung und Aufklärung sowie (drei von 15) in der Ermutigung ihrer Betriebe, Beiträge für Bevölkerungs- und Nachhaltigkeitsinitiativen zu leisten. Detailergebnisse sind Kapitel 4.2.2 Ökonomische Nachhaltigkeit zu entnehmen.

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Soziokulturelle Nachhaltigkeit

Stark zeigen sich die regionalen Kooperationen des Landes bei der Bereitstellung von Informationen zur Erläuterung von Natur- und Kulturstätten (11 von 15); Bedarf ist noch erkennbar (je drei von 15 positiven Antworten) im Betreiben eines BesucherInnenmanagement-Systems von Sehenswürdigkeiten sowie im Bereitstellen von Richtlinien zu angemessenem BesucherInnenverhalten für sensible Sehenswürdigkeiten.

Detaillierte Ergebnisse zur sozialen Nachhaltigkeit von regionalen Kooperationen sind Kapitel 4.2.3 Soziokulturelle Nachhaltigkeit zu entnehmen.

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Ökologische Nachhaltigkeit

Zehn von 15 regionalen Kooperationsgesellschaften verfügen über ein System, um den Nutzen von umweltschonenden Transportmöglichkeiten zu erhöhen (öffentlicher Personennahverkehr, gehen, Rad fahren …). Jeweils eine von 15 verfügt über ein System, Unternehmen zu ermutigen, ihren Wasserverbrauch zu messen, zu überwachen, zu reduzieren und zu veröffentlichen sowie ihre Wasserressourcen zu überwachen, um sicherzustellen, dass die Nutzung durch die Unternehmen kompatibel mit dem Wasserbedarf der Bevölkerung der Destination ist. Detaillierte Ergebnisse siehe Kapitel 4.2.4 Ökologische Nachhaltigkeit.

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