Das Thema Gesundheit wird als eine der wichtigsten Schlüsseldimensionen eines guten Lebens erachtet. Folgerichtig beschäftigen sich alle gängigen Lebensqualitäts-Instrumente damit. Gesundheit gilt unbestritten als wichtiges individuelles und gesellschaftliches Gut. Im vorliegenden Projekt wurden objektive Daten zur Gesundheitsversorgung und subjektive Einschätzungen zur individuellen Gesundheit, zu Gesundheitsverhalten usw. für das Bundesland Salzburg analysiert. Die Indikatorenliste umfasst u.a. die Anzahl und Ausstattung von Krankenhäusern, die Dichte an Ärzten und Ärztinnen, die Zufriedenheit mit der individuellen Gesundheit sowie das Bewegungs- und Ernährungsverhalten der Menschen in Salzburg im gesamtösterreichischen Vergleich.

Ergebnisse der objektiven Indikatoren

Zu den objektiven Indikatoren im Bereich Gesundheit zählen direkte Daten zu Gesundheit wie die Fertilität und die Mortalität, die Lebenserwartung und die gesunde Lebenserwartung, das Auftreten von Erkrankungen sowie Daten zur Gesundheitsversorgung wie die Anzahl an Personen pro Arzt etc.

Die Fertilitätsrate (Anzahl der Lebendgeborenen im Verhältnis zur Anzahl an Frauen im gebärfähigen Alter) liegt im Bundesland Salzburg im Langzeittrend wie in Gesamtösterreich deutlich unter dem Bestanderhaltungsniveau von 2,1, schwankt dabei aber geringfügig von Jahr zu Jahr. 2015 lag sie bei 1,55 Kindern pro Frau (Filipp 2016, 4 f.). In absoluten Zahlen wurden 5.494 Kinder von Salzburgerinnen geboren. Gegenüber dem Jahr 2010 (Fertilitätsrate 1,47) ist das eine Steigerung von ca. 7 %. Im Jahr 2015 sind 4.517 SalzburgerInnen verstorben, wodurch sich eine Geburtenbilanz bzw. ein natürliches Bevölkerungswachstum von 977 Personen ergibt (ebd. 2016). Die Lebenserwartung bei Geburt betrug für ein 2015 geborenes Kind 82,1 Jahre, für ein Mädchen 84,6 Jahre und für einen Buben 79,6 Jahre. Damit hat sich die Lebenserwartung bei Geburt seit 2010 um 11 Monate erhöht. Frauen, die 2015 ihren 60. Geburtstag feierten, hatten zu diesem Zeitpunkt statistisch betrachtet noch eine durchschnittliche Lebenserwartung von weiteren 26,3 Jahren, Männer von 22,8 Jahren (ebd. 2016). Im Österreich-Vergleich zeigt sich, dass Menschen aus Vorarlberg, Tirol und Salzburg im Schnitt eine höhere Lebenserwartung aufweisen als jene aus Ostösterreich (Statistik Austria 2016).
Der Indikator „Gesunde Lebenserwartung“ (Lebenserwartung in Gesundheit) weist aus, ob eine steigende Lebenserwartung auch mit einem Anstieg an gesunden Lebensjahren einhergeht oder ob es vielmehr zu einem Anstieg kranker Lebensjahre und damit höherer Morbidität kommt. Aus Messungen der EU (EU-SILC) lässt sich die Erwartung an „gesunden Lebensjahren“ bei Geburt im Ländervergleich ablesen. Für Österreich lag dieser Wert im Jahr 2013 etwas über 60 Jahre (vgl. Website EHLEIS 2015). In Salzburg liegt dieser Wert überdurchschnittlich gut bei 64,98. Nur in Vorarlberg kann man statistisch mit noch mehr gesunden Lebensjahren rechnen (67,97) (Scheuringer 2016, 24). Noch deutlich bessere Aussichten bestehen in dieser Hinsicht in Malta, Island oder Norwegen. Österreichische Frauen im 65. Lebensjahr konnten 2013 im Durchschnitt davon ausgehen, noch 41 % ihres restlichen Lebens in guter Gesundheit zu verbringen. Männer, die insgesamt eine kürzere Lebenserwartung aufweisen, konnten damit rechnen, 49 % ihrer verbleibenden Lebenszeit gesund, also ohne körperliche Einschränkungen, zu leben. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, ist die Lebenserwartung in Gesundheit für beide Geschlechter deutlich angestiegen. Zwischen 1991 und 2014 stieg sie in Österreich bei Männern um 10,2 Jahre, bei Frauen um 9,7 Jahre (Klimont/Baldaszti 2015, 18).
Die häufigste Todesursache im Bundesland Salzburg sind Herz-Kreislauferkrankungen, an denen 2013 1.820 Personen insgesamt, davon 1.714 EinwohnerInnen des Bundeslandes (Website EUROSTAT 2016) starben. In der Berechnung der Statistik Austria werden hierzu seit 1970 altersstandardisierte Raten ausgewiesen, die einen besseren Vergleich zulassen. Hier zeigt sich, dass sich die Sterbefälle aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen seit 1970 deutlich verringert haben. Damals betrug die altersstandardisierte Rate für Salzburg 1.070,3, im Jahr 2015 nur mehr 363,1. Im Österreich-Vergleich ist Salzburg das Bundesland mit der geringsten Anzahl an Todesfällen aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen. Die zweithäufigste Todesursache sind bösartige Neubildungen, von denen im Jahr 2013 1.175 insgesamt in Salzburg auftraten und davon 1.093 für EinwohnerInnen des Bundeslandes tödlich endeten. Der Trend ist auch hier seit 1970 rückläufig (altersstandisierter Wert 1970: 349,1; 2015: 213,7). Salzburg weist wiederum die geringste Häufigkeit im Österreich-Vergleich auf. Bei den Todesfällen aufgrund von Verletzungen und Vergiftungen liegt das Bundesland hingegen mit einer altersstandardisierten Rate von 61,8 im Jahr 2015 hinter Kärnten an zweiter Stelle. Langfristig zeigt sich aber auch hier ein Rückwärtstrend (1970: 155,5) (Website EUROSTAT 2016).
Ende des Jahres 2014/Anfang 2015 gab es im Bundesland Salzburg 34 Krankenhäuser mit 5.056 Betten. Das waren 6,1 % mehr als im Jahr 2009. Ebenfalls um 6,1 % stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der Belagstage auf ingesamt 1,35 Millionen. Der Personalstand in den Krankenhäusern wuchs zwischen 2009 und 2014 beim Pflegepersonal (Krankenpflegefachdienst, Pflegehilfe und Sanitätshilfsdienst) um 11,1 % (Filipp 2016, 18 f.). 2015 verzeichneten die Salzburger Krankenanstalten einen Personalstand von 4.197 Personen des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege, 1.002 Personen des gehobenen medizinisch-technischen Dienstes und Fachdienstes sowie MasseurInnen und 906 Personen des Sanitätshilfedienstes und der Pflegehilfe (ebd 2016).
Die Krankenhausaufenthalte, gemessen durch den Indikator Spitalsentlassungen beliefen sich 2014 auf 223.900, was einer Erhöhung gegenüber 2009 von 6,5 % entspricht. Ein durchschnittlicher Krankenhausaufenthalt dauerte 2014 ca. 6 Tage (ebd 2016).
Die Anzahl der berufsausübenden Ärzte in Salzburg betrug Anfang 2015 insgesamt 3.213. Davon waren 955 ÄrztInnen für Allgemeinmedizin, 1.477 FachärztInnen sowie 328 berufsausübende ZahnärztInnen. Auf 1.000 EinwohnerInnen kommen somit in Salzburg 6 ÄrztInnen. Damit liegt Salzburg in allen Kategorien über dem österreichischen Durchschnitt. Nur in Wien und in Tirol ist die Gesamtdichte an ÄrztInnen höher (ebd. 2016, 19).

Ergebnisse zu den subjektiven Indikatoren

Neben den objektiven statistischen Indikatoren zu Gesundheitsaspekten wurden in Österreich und Salzburg in letzter Zeit auch mehrfach Befragungen zur subjektiven Gesundheitssituation und –wahrnehmung durchgeführt. Die in der Folge dargestellten Daten stammen aus der Umfrage der FHS/IFES 2016 sowie aus der Gesundheitsbefragung 2014.

Ihren subjektive Gesundheitszustand bewerten laut FHS/IFES-Umfrage im Jahre 2016 28,3 % der SalzburgerInnen als sehr gut, 46,7 % als eher gut, 16,5 % als mittelmäßig, 6,1 % als schlecht und 2,5 % als sehr schlecht. Für Gesamtösterreich bekunden 30,1 % eine sehr gute Gesundheit, 45 % eine eher gute, 17 % eine mittelmäßige, 5,7% eine schlechte und 2,3 % eine sehr schlechte Gesundheit. Damit liegt Salzburg ziemlich genau im Österreich-Schnitt. Im zeitlichen Vergleich zeigt sich allerdings, dass SalzburgerInnen tendenziell eher eine bessere subjektive Gesundheit angeben als der Rest Österreichs. In der Gesundheitsbefragung von 2014 schätzten etwa 36,7 % der SalzburgerInnen ihren Gesundheitszustand als sehr gut, 45,3 % als gut, 15,1 % als mittelmäßig, 2,6 % als schlecht und 0,2 % als sehr schlecht ein (Klimon/Baldaszti).

Selbsteinschätzung der eigenen Gesundheit

Quelle: Klimon und Baldaszti (2015)
Grafische Aufbereitung: Alex Stieg


Damit waren die SalzburgerInnen zufriedener mit ihrer Gesundheit als der/die durchschnittliche ÖsterreicherIn. Nur in Tirol und Vorarlberg war 2014 die selbst wahrgenommene Gesundheit noch besser als in Salzburg.

Wenig überraschend sind die großen Unterschiede in Hinblick auf verschiedene Altersgruppen, die in der Gesundheitsbefragung von 2014 zutage treten. Die 15 bis 30Jährigen weisen die beste subjektive Gesundheit auf. Mehr als die Hälfte schätzt sie als sehr gut ein, weitere 40 % als gut. Zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr wird die Gesundheit nur mehr von ca. 30 % als sehr gut wahrgenommen, zwischen dem 60. und 75. Lebensjahr nur mehr von ca. 20 % und ab dem 75. Lebensjahr lediglich von 10,6 % der ÖsterreicherInnen. Hier verschiebt sich die Einschätzung zunehmend in Richtung mittelmäßig, ohne jedoch stark ins Negative abzudriften. Von den über 75Jährigen schätzen ca. 40 % ihre Gesundheit als mittelmäßig ein, nur ca. 10 % als schlecht und 2,4 % als sehr schlecht. Frauen sahen ihren Gesundheitszustand etwas negativer als Männer. Im langfristigen Trend und unter Berücksichtigung der Altersstruktur verbesserte sich die subjektive Gesundheitswahrnehmung in Österreich in den letzten zehn Jahren, wodurch auch die Lebenserwartung in Gesundheit profitierte (vgl. Klimon/Baldaszti 2015, 73 f.).
Chronische Erkrankungen wurden in Salzburg 2014 von 33,5 % der Befragten angegeben, in ganz Österreich von 36 %. Dabei wurde eine Liste von 17 Erkrankungen vorgelegt, von denen chronische Kreuzschmerzen oder ein anderes chronisches Rückenleiden am häufigsten berichtet wurden. Allergien, Bluthochdruck, Nackenschmerzen oder sonstige Schmerzen an der Halswirbelsäule zählen zu den weiteren häufigen chronischen Erkrankungen. Arthrose, Depression, chronische Kopfschmerzen und Harninkontinenz treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Tendenziell liegen die Werte für Salzburg bei den meisten Beschwerden leicht unter dem österreichischen Durchschnitt. Eine Ausnahme stellen asthmatische Beschwerden dar. Solche werden in Salzburg von 6 % (Prävalenz) bzw. 5,7 % (mit ärztlicher Diagnose) angegeben. In Österreich berichten insgesamt 4,4 % (Prävelenz) und 3,8 % (mit Diagnose) davon (ebd. 2015, 78).
Starke Einschränkungen im Alltagsleben aufgrund von gesundheitlichen Problemen berichteten 6,7 % der SalzburgerInnen. Weitere 23,8 % betrachten sich als etwas eingeschränkt und 69,% % haben keine Einschränkungen. Diese Werte sind geringfügig besser als die Durchschnitts-Werte für Österreich (7 % stark eingeschränkt). Auch hier zeigt sich wenig überraschend, dass die Einschränkungen im Alter steigen und ab dem 75. deutlich zunehmen. Für ganz Österreich geben 23 % der über 75Jährigen starke Einschränkungen an (ebd. 2015, 75).
Chronische Schmerzen wie Kreuz- oder Rückenschmerzen ziehen auch Krankenstände nach sich. 24,9 % gaben in ganz Österreich an, wegen chronischer Schmerzen in den letzten 12 Monaten im Krankenstand gewesen zu sein. Im Bundesland Salzburg waren es 20,2 %. Die Dauer der Krankenstände liegt mit ca. 2,6 Tagen jedoch in einem sehr niedrigen Bereich (ebd. 2015, 80).

Krankenstand wegen chronischer Schmerzen

Quelle: Klimon und Baldaszti (2015)
Grafische Aufbereitung: Alex Stieg


In Salzburg und Vorarlberg gaben am wenigsten Mensch an, wegen chronischer Schmerzen in den letzten 12 Monaten im Krankenstand gewesen zu sein.
Insgesamt waren aufgrund von gesundheitlichen Problemen laut Gesundheitsbefragung 2014 in den vorherigen 12 Monaten 44,8 % der SalzburgerInnen und 48,8 % aller Befragten vom Arbeitsplatz abwesend. Also liegt Salzburg auch hier klar unter dem österreichischen Gesamtdurchschnitt. Ein noch größerer Anteil, nämlich mehr 55 % im Bundesland Salzburg, ging trotz gesundheitlicher Probleme zur Arbeit. Auf ganz Österreich bezogen trad dies vor allem auf Frauen zwischen dem 15. und dem 30. Lebensjahr zu (60 %).
Neben den Gesundheits- und Krankheitsangaben wurde in der Gesundheitsbefragung 2014 auch erhoben, ob Unfälle mit Verletzung in den letzten 12 Monaten passiert sind. Hier gaben 2 % der SalzburgerInnen an, einen Straßenverkehrsunfall gehabt zu haben. 2,9 % hatten einen Haushaltsunfall und 7,5 % einen Freizeitunfall. Letzteres traf auf Männer fast doppelt so oft zu als auf Frauen. Die 15 bis 30jährigen Männer sind hier offenbar besonders gefährdet.

Unfälle nach Altersgruppen

Quelle: Klimon und Baldaszti (2015)
Grafische Aufbereitung: Alex Stieg


18,4 % dieser Gruppe gaben an, in den letzten 12 Monaten einen Freizeitunfall mit Verletzung erlitten zu haben. Frauen im Alter von 30 bis 60 sowie über 75jährige Männer sind davon am wenigsten betroffen. Haushaltsunfälle nehmen bei Frauen ab dem 75. Lebensjahr deutlich zu (ebd. 2015, 82).
Auf die Frage nach der Stärke der empfundenen Schmerzen in den vergangenen vier Wochen antworteten 50,3 % in Österreich, dass sie keine Schmerzen verspürt haben. Für Salzburg liegt der Wert etwas höher bei 54 %. Starke Schmerzen gaben in Salzburg 4,8 % (Österreich 6,4 %) und sehr starke Schmerzen 2,7 % an. Ähnlich wie bei den meisten anderen Gesundheitsaspekten liegt Salzburg hier im Bundesländervergleich in etwa mit Tirol und Vorarlberg gleichauf an der Spitze. Die Gruppe, die am wenigsten Schmerzen verspürt ist jene der jungen Männer zwischen 15 und 30, bei denen österreichweit 70,9 % keine Schmerzen angeben. Auch bei Frauen ist in dieser Altersgruppe die Schmerzhäufigkeit am geringsten, jedoch mit 62,2 % derer, die keine Schmerzen verspüren, deutlich schlechter als bei den Männern derselben Altersgruppe (ebd. 2015, 84).
In Hinblick auf die psychischen Gesundheitsaspekte und besonders als Indikator für subjektives Wohlbefinden ist die Frage nach Niedergeschlagenheit, Schwermut und Hoffnungslosigkeit interessant. 79,9 % der EinwohnerInnen des Bundeslands Salzburg gaben an, nie ein solches Gefühl in den letzten zwei Wochen verspürt zu haben. Die konkrete Fragestellung dazu lautete: „Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten zwei Wochen durch folgende Beschwerden beeinträchtigt: Niedergeschlagenheit, Schwermut, Hoffnungslosigkeit?“. Für 16,7 % tauchte dieses Gefühl an manchen Tagen auf, für 1,8 % an mehr als der Hälfte der Tage und für 1,6 % an beinahe jedem Tag (ebd. 2015, 107). Die Werte für Österreich sind dahingehend ähnlich. Frauen über dem 75. Lebensjahr leiden am häufigsten an diesen Beschwerden. 22,7 % geben in dieser Gruppe an, dass sie an manchen Tagen diese Gemütszustände verspüren.
Mit Schlafstörungen sind 27 % der Menschen in Salzburg an manchen Tagen konfrontiert (Österreich: 26,7 %), 3,4 % (Ö: 4,7 %) an mehr als der Hälfte aller Tage und 7,3 % (Ö: 8,2 %) beinahe jeden Tag. Auch hier liegen Frauen über 75 am deutlichsten voran. Sie sind in ganz Österreich zu 14,7 % beinahe täglich mit Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen oder übermäßigem Schlaf konfrontiert (ebd. 2015, 108).
Subjektives Wohlbefinden hängt neben vielen anderen gesundheitlichen Aspekten auch eng mit der eigenen Meinung über sich selbst zusammen. Eine schlechte Meinung von sich selbst oder das Gefühl, versagt oder die Familie enttäuscht zu haben, gaben für die letzten zwei Wochen in der Gesundheitsbefragung von 2014 ca. 13 % in ganz Österreich und ebenso viele in Salzburg an, wobei davon 11 % nur an manchen Tagen betroffen sind. Frauen zwischen 15 und 45 Jahren leiden unter dieser Einschätzung am öftesten, nämlich zu ca. 20 %. Hier gibt es ein deutliches Gefälle zwischen Männern und Frauen. Männer und ältere Menschen über 60 kennen diese Beschwerden am wenigsten (ebd. 2015, 111). Die konkrete Frage lautete: „Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten zwei Wochen durch folgende Beschwerden beeinträchtigt? Schlechte Meinung von sich selbst – oder das Gefühl, versagt oder die Familie enttäuscht zu haben“.

Selbstwertgefühl

Quelle: Klimon und Baldaszti (2015)
Grafische Aufbereitung: Alex Stieg

Der Medikamentenkonsum wurde mit der Fragestellung „Haben Sie in den letzten beiden Wochen Medikamente eingenommen, die Ihnen von einem Arzt/einer Ärztin verschrieben wurden?“ bzw. „Haben Sie in den letzten beiden Wochen Medikamente, pflanzliche Heilmittel oder Vitamine eingenommen, die Ihnen nicht von einem Arzt/einer Ärztin verschrieben wurden?“. Die Einnahme verschriebener Medikamente gaben in Salzburg 46,4 % (Gesamt Österreich: 49,2 %) an, die Einnahme nicht verschriebener Medikamente, Heilmittel oder Vitamine gaben 33,9 % (Ö: 34,2 %) an. Frauen gaben häufiger die Einnahme von verschriebenen (54,5 %) und nicht verschriebenen Mitteln (40 %) als Männer an, und Ältere über 60 (verschriebene Mittel: 80,9 %) weisen hier wenig überraschend den höchsten Wert auf (ebd. 2015, 147).
Bei 7,1 % der im Bundesland Salzburg lebenden Menschen hat sich in den letzten 12 Monaten vor der Befragung eine Untersuchung oder Behandlung verzögert, weil zu lange auf einen Termin gewartet werden musste (Österreich: 7,9 %). Dies trifft am öftesten auf Frauen zwischen 15 und 60 Jahren zu (10,4 %), weniger hingegen auf jüngere Männer (6,6 %) und ältere Peronen (6,8 %) (ebd. 2015, 157).
Aus finanziellen Gründen konnten 1,6 % im Bundesland Salzburg einen Bedarf an Gesundheitsleistungen in Hinblick auf medizinische Untersuchung nicht abdecken und 4,4 % in Hinblick auf zahnärztliche Untersuchung oder Behandlung. Auch hiervon sind Frauen zwischen 30 und 45 besonders betroffen (medizinische Untersuchung: 4.7%, zahnärztliche Untersuchung oder Behandlung: 8,1 %). (ebd. 2015, 158).
Aus der Gesundheitsbefragung von 2014 geht hervor, dass 32,6 % im Bundesland Salzburg Übergewicht aufweisen und 9,6 % Adipositas. Für Gesamtösterreich gilt Übergewicht für 32,4 % und Adipositas für 14,3 %. Hier liegt Salzburg also deutlich darunter und weist im Bundesländervergleich sogar die geringste Häufigkeit von Adipositas auf. Am stärksten betroffen sind Männer zwischen 60 und 75, am wenigsten Frauen zwischen 15 und 45 (ebd. 2015, 160).
Die körperliche Aktivität ist nach vielen Lebensqualitäts-Definitionen entsprechend der vita activa ein weiterer bedeutender Indikator für subjektives Wohlbefinden. Gleichwohl ist körperlich belastende Arbeit auf Dauer mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbunden. Erfragt wurde die körperliche Aktivität während der Arbeit. 38,7 % geben im Bundesland Salzburg an, dass sie während der Arbeit vorwiegend sitzen oder stehen bzw. leichte körperliche Anstrengungen verrichten (Ö: 40,6 %). 43,2 % gaben an, dass sie vorwiegend gehen oder mäßig anstrengende körperliche Tätigkeiten verrichten (Ö: 38,2 %), 7,9 % verrichten vorrangig schwere körperliche Arbeit (Ö: 7,3 %) und der Rest führt keine arbeitsbezogenen Tätigkeiten aus. Männer bis 60 geben am öftesten körperlich belastende Tätigkeiten an (15,5 %), Frauen mit 2,3 % insgesamt deutlich seltener. Auffallend ist hier auch eine Diskrepanz zwischen österreichische StaatsbürgerInnen und AusländerInnen. Erstere geben zu 6,9 % belastende Tätigkeiten an, zweitere zu 10 %. Aufgrund der überdurchschnittlichen Beschäftigung von Menschen ausländischer Herkunft in der Baubranche und der Industrieproduktion sowie im Tourismus und der Pflege, sind diese Werte wenig überraschend (ebd. 2015, 161).
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt in Hinblick auf körperliche Aktivität, mindestens 150 Minuten pro Woche mäßig intensive Bewegung zu betreiben (Health Enhancing Physical Activity). 63,3 % der Menschen im Bundesland Salzburg geben an, dies zu tun. Damit liegt man deutlich über dem österreichischen Schnitt von 50,5 %. Auch in Hinblick auf Muskelaufbau an zumindest 2 Tagen pro Woche (MSPA) liegt Salzburg vor allen anderen Bundesländern mit 37 %, die diese Empfehlung erfüllen. In Hinblick auf das Alter sind junge Männer am aktivsten bis zum 30. Lebensjahr. Danach fällt der Anteil bis zum 60. Lebensjahr etwas zurück, um zwischen 60 und 64 wieder anzusteigen. Bei den Frauen fällt auf, dass die aktivste Gruppe die 60 bis 64Jährigen sind. Am wenigsten Bewegung haben Frauen von 30 bis 45 (ebd. 2015, 165).
In Hinblick auf Ernährungsgewohnheiten wurde erhoben, wie oft Obst und Gemüse, Fleisch-und Fischspeisen gegessen werden. 60,1 % gaben in Salzburg an, täglich Obst und 56,9 % täglich Gemüse oder Salat zu essen. Weitere 14 bzw. 18,3 % tun dies 4 bis 6 Mal pro Woche. Damit liegt Salzburg bei den Ernährungsgewohnheiten mit Tirol am weitesten vorne und deutlich über dem Österreich-Schnitt (56,2 % täglich Obst, 47,5 % täglich Gemüse oder Salat). Frauen und ältere Menschen essen deutlich öfter Obst und Gemüse als Männer und Jüngere. Das genaue Gegenteil ist in Hinblick auf Fleisch- und Wurstkonsum festzustellen. Die jüngeren Männer essen zu 56,7 % täglich Wurst oder Fleisch. Für ältere Frauen gilt dies am allerwenigsten, in Salzburg für insgesamt 24,9 %, in Gesamtösterreich für 28,5 %. Fisch wird insgesamt deutlich weniger konsumiert. Nur 0,3 % essen täglich Fisch in Salzburg (Ö: 0,6 %). 57,1 % essen in Salzburg 1-2Mal wöchentlich Fisch (Ö: 56,1 %). Ältere Menschen tun dies öfter als Jüngere (ebd. 2015, 168 f.).
22,7 % der in Salzburg lebenden Menschen sind aktuell RaucherInnen (Ö: 24,3 %), die täglich Nikotin konsumieren, weitere 5,6 % rauchen gelegentlich (Ö: 5,7 %) und 23,1 % sind ehemalige RaucherInnen (Ö: 24,4 %). Als echte NichtraucherInnen deklarieren sich 48,6 %. Männer zwischen 30 und 45 rauchen am meisten (33,2 % täglich), Frauen über 75 am wenigsten (2,4 % täglich). Das Durchschnittsalter bei Rauchbeginn liegt bei ca. 18 Jahren, die durchschnittliche Anzahl an täglichen Zigaretten bei 15,6 in ganz Österreich und bei 13,8 in Salzburg. Ca. 30 % in ganz Österreich und ca. 24 % in Salzburg sind von Passivrauchen betroffen (ebd. 2015, 172).
In Salzburg konsumieren 6,5 % täglich Alkohol, 1,9 % an 5-6 Tagen pro Woche, 9,2 % an 3-4 Tagen pro Woche. Der größte Anteil konsumiert an 1-2 Tagen pro Woche Alkohol. In Salzburg sind dies 23,3 %, in Österreich insgesamt 21,4 %. Dabei gibt es ein großes Gefälle zwischen Männern und Frauen insgesamt und zwischen älteren und jüngeren Männern zusätzlich. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen steigt der tägliche Alkoholkonsum mit dem Alter an. Bei Frauen allerdings nur auf 5,8 % täglichem Alkoholkonsum bei über 75Jährigen, bei Männern hingegen auf 23,5 % täglichem Alkoholkonsum bei über 75Jährigen. Über der Maximalmenge für riskanten Alkoholkonsum sind österreichweit 4 %, in Salzburg 4,4 %. Einschränkend muss bei Fragen zu Alkoholkonsum jedoch hinzugefügt werden, dass hier sozial erwünschtes Antwortverhalten als verzerrendes Phänomen erwartbar ist und daher die Verlässlichkeit der Daten geringer als bei anderen Fragen. Tendenzen können jedoch jedenfalls aufgezeigt werden (ebd. 2015, 178 f.).
Auf die Frage „Pflegen oder unterstützen Sie mindestens einmal pro Woche eine oder mehrere Personen, die an einem altersbedingten Problem, einer chronischen Krankheit oder einem Gebrechen leiden?“ antworteten 17 % in Salzburg mit Ja. Das ist etwas weniger als in den meisten anderen Bundesländern. Am allermeisten trifft dies auf Frauen zwischen 45 und 60 Jahren zu (28,8 %), am wenigsten auf jüngere Männer und Frauen zwischen 15 und 30 Jahren (ebd. 2015, 190).
Erfragt wurde auch die Einschätzung der Eltern über den subjektiven Gesundheitszustand ihrer Kinder. 96,2 % geben diesen in Salzburg als sehr gut an (Ö: 96,3 %). Ein leichtes Sinken ist mit zunehmendem Alter bekundet, d.h. Kinder im Alter von 14 bis 17 Jahren haben laut elterlicher Einschätzung einen leicht schlechteren Gesundheitszustand als jüngere Kinder, v.a. Mädchen zwischen 14 und 17, wobei die Gesamtzahlen auch in dieser Gruppe überwiegend von einem sehr guten oder guten Zustand zeugen. So schätzen immer noch 92,5 % der Eltern den Gesundheitszustand ihrer 14-17jährigen Töchter als sehr gut oder gut ein (ebd. 2015, 197).
In Hinblick auf Impfungen der eigenen Kinder geben in Österreich 91 % an, dass sie das kostenlose Impfangebot nutzen. In Salzburg tun dies nur 85,7 %. Damit ist der Anteil derer, die das kostenlose Impfangebot nicht nützen, in Salzburg von allen Bundesländern am höchsten. Mehr als 77 % derer, die das Angebot nicht nützen, geben an, dass sie Impfungen für überflüssig oder sogar schädlich halten. Der Rest hat keine Information über das Angebot oder musste die Impfungen wegen gesundheitlichen Gründen verschieben (ebd. 2015, 202).